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Meldungen von September 2007


Außerdem aktuell: Was taugen Städte-"Cards" für Touristen?
Acht Karten der wichtigsten deutschsprachigen Ziele im Vergleich
Und aus der Reihe "NIE WIEDER...": Naserümpfen in Neuseeland

Über den Wolken mit SMS und E-Mails auf langen Fernflügen stets Bodenkontakt zu halten - und das gar ohne Laptop oder Handy - , verspricht die niederländische Fluglinie KLM mit ihrem nagelneuen Bordunterhaltungssystem. Für dieses kleine technische Wunder bekommt jeder Passagier vorübergehend ein eigenes neues Postfach, was sich in unserem Praxistest als größte Hürde erwies: Sämtliche Mails blieben ungelesen in den Spamfiltern der Empfänger hängen.


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Tipp: Besser nur SMS nutzen, zumal keine Mail länger als 160 Zeichen sein darf. Beim Empfang von Antworten bestraft das in den USA entwickelte System alle unamerikanischen Buchstaben. So bläht es das Wort "groß" ins unleserbare "g=ro=C3=9F" auf und schneidet dafür am Ende gnadenlos den Text ab. Das Tippen mit den Pfeiltasten der Armlehnenfernbedienung hingegen wird zum netten Geduldsspiel, es verkürzt die gefühlte Flugdauer. Das Gegenteil ist der Fall, wenn das System komplett ausfällt: Dann rollen schon mal zehn Stunden lang irritierende Fehlermeldungen wie "bad direction" oder "illegal instruction" nonstop über den Monitor, der sich noch nicht mal ausstellen lässt. Doch kein Grund für gesteigerte Flugangst, denn was da so nervig streikt, ist ja nur die Bordunterhaltung. Die gibt es bis Ende Oktober 2007 in einem Teil der KLM-Flotte noch kostenlos, danach hört bei 2,50 US-Dollar für das Senden und Empfangen jeder einzelnen Nachricht der Spaß freilich auf.

http://www.klm.com/travel/de_de/travel_information/on_board/entertainment/index.htm

Über die Grenzen Deutschlands, Belgiens und Frankreichs hinweg können Thalys-Reisende auch bei Tempo 300 bald unterbrechungsfrei von Köln bis Paris surfen - vorausgesetzt, sie haben einen funktauglichen Computer im Gepäck. Das Tochterunternehmen verschiedener europäischer Bahnen hat sich dabei für eine ähnliche technische Lösung entschieden wie die Deutsche Bahn im ICE. Je nach Streckenabschnitt wird automatisch zwischen Satellit und Handyantenne hin und her geschaltet, ohne dass es der Nutzer merkt. Er geht im Waggon per WLAN für voraussichtlich bis zu 12 Euro pro Reise ins Internet (1. Klasse gratis). Erste Züge werden noch in diesem Monat entsprechend ausgerüstet, bis Mitte 2008 folgt das gesamte Thalys-Netz.

Grafiken machen Vergleiche übersichtlicher, nun auch Ticket-Preisvergleiche im Luftverkehr mitsamt aller Nebenkosten. Die Münchener Flugsuchmaschine Swoodoo, die sich gern "Google für Flüge" nennt, bereitet die Ergebnisse ihrer aktuellen Recherche nun in Form von farbigen Säulen anschaulich auf. Das funktioniert für einzelne Strecken an bestimmten Tagen ebenso wie beim Vergleich von Regionen und längeren Zeiträumen. Da die Preise inzwischen ständig schwanken, steht unter allen Endpreisen zunächst, wie viele Tage oder Stunden alt die Zahlen sind. Der Klick auf "Prüfen" ermittelt nicht nur das aktuelle Angebot, sondern zeigt dem verblüfften Reisenden, dass klassische Linienflüge tatsächlich billiger sein können als so genannte Billigflüge.

http://www.swoodoo.de

Klassen besser soll ein neuer Online-Preisrechner Eltern, Lehrern und Schülern die Kalkulation von Klassenfahrten mit Bus, Bahn oder Flug erleichtern. Das funktioniert in einigen Fällen ganz gut, führt aber noch oft zur frustrierenden Preisangabe "auf Anfrage".

http://www.bahn.de/klassenfahrten

Dänische Wanderrouten bieten viel Barrierefreiheit, gute Luft und immer was fürs Auge. Ausführliche Beschreibungen zu insgesamt 33 Strecken hat jetzt das Kopenhagener Ministerium für Umweltschutz auf Deutsch zum Laden ins Internet gestellt, weitere sollen bald folgen. Selbst Besucher von Inseln wie Fanø, Bornholm und Læsø werden hier fündig. Die Darstellungen sind eine echte Herausforderung für qualitativ hochwertige Farbdrucker, die auch vor mehrseitigen Flyern nicht kapitulieren. Tipp: Zuerst nur die Beschreibungen in die normale Textverarbeitung kopieren und schwarz drucken. Die Hochglanz-Faltblätter mit Karten liegen vor Ort gratis aus: in Fremdenverkehrsbüros, Bibliotheken und an den Eingängen zu vielen der beschriebenen Gebiete.

http://www.skovognatur.dk/udgivelser/vandretursfoldere/tysk

Als trendige Insel lässt Sylt wenig unversucht, was das Netz ermöglicht. Strandkorb, Fitness-Daydream und sogar die Fähre nach Rømø sind online buchbar. Neu auf die Homepage kommt zur Nachsaison das "Sylter Ferien-Fernsehen" einer Kölner Filmproduktion. Hier erfährt der Zuschauer jede Woche, welche Veranstaltungen er verpasst hat und welche noch kommen: sehenswert für Leute mit Leseschwäche oder besonders viel Zeit. Sonst sind Terminübersichten handlicher und schneller.

http://www.westerland.de

Cockpitgefühle verkauft das Reisebüro Derpart in seinem "Extra"-Kapitel. Dieser Trip im Flugsimulator ist indes ab 82,50 Euro kaum preiswerter als ein normales Ticket.

http://www.derpart24.de

Erdbeben und Flutwellen kommen zwar fast immer überraschend, aber Gefahren und Auswirkungen sind jedes Mal gleich. Also hilft etwas mehr Wissen im entscheidenden, wenn auch noch so unwahrscheinlichen Moment. Die Grundlage dafür liefert das Geoforschungszentrum Potsdam mit Erdbeben- und Tsunami-Merkblättern und seiner "Weltkarte der Erdbebengefährdung". Die Links liegen ein wenig versteckt ganz am Ende der ersten Seite, die auf kleinen Bildschirmen erst etwas hochrollen muss.

http://www.gfz-potsdam.de

In optimaler Lage auf dem Stadtplan Hotels auswählen und dabei auch noch die Bewertungen bisheriger Gäste studieren, diese erweiterte Funktion bietet die neue Zusammenarbeit der Onlinedienste Map24 (Hessen) und Booking (Berliner Tochter einer weltweit tätigen amerikanischen Hotelvermittlung). Es funktioniert ebenso bei der Routenplanung wie über eine reine Adressensuche, auch kleinere Familien- oder Designerhotels sind dabei. Die Gästebewertungen sind nicht älter als 14 Monate und stammen, wie Booking versichert, nur von Gästen, die tatsächlich in den jeweiligen Hotels übernachtet haben. Einen ähnlichen Stadtplan-Suchdienst für Ferienwohnungen bietet Homelidays, allerdings nur für Nutzer, die sich vorher angemeldet haben.

http://www.map24.de
http://www.booking.de
http://www.homelidays.com

Eigene Urlaubspläne öffentlich ins Netz stellen und mal abwarten, was erfahrene Touristen dazu an Insidertipps beisteuern wollen, das ist die Grundidee des neuen Reiseerfahrungstauschs von Yahoo. Es macht Spaß, in den Urlaubswünschen anderer zu schmökern. Auch wenn einiger Unsinn dabei ist, zum Beispiel 345 Tage Dauerparty in New York oder "Abenteuer Thailand" als Treffer für die Europa-Suche.

http://www.yahoo.de/reiseplaner

Die Reiseschiedsstelle wird zum außergerichtlichen Streitschlichter bei allen Internet-Buchungen. Bisher konnten sich dort nur Kunden von sieben großen Online-Reisebüros, die zum Trägerverband gehörten, kostenlos rechtliche Hilfe holen. Nun steht der "Verein zur Förderung alternativer Streitschlichtung im Reiserecht" auf eigenen Beinen. Den meisten Ärger lösen Fehlbuchungen und Reisemängel aus. Knapp ein Drittel der Fälle betrifft Unregelmäßigkeiten im Luftverkehr wie Gepäckschäden, Nichtbeförderung und Informationsprobleme.

http://www.reiseschiedsstelle.de

Kleine Konzerte, Theatertruppen, Feste und Märkte bringen jedem Städtetrip die schönsten Akzente - vorausgesetzt, man entdeckt sie nicht erst am Morgen danach beim Blick auf den örtlichen Plakataushang. Gegen solchen Frust hilft der Veranstaltungskalender des Siegburger Anbieters Meinestadt mit über 170.000 Terminen für 12.241 deutsche Städte und Gemeinden: sortiert nach Orten, Tagen und Rubriken, inklusive Stadtplan mit Routenplaner zum Veranstaltungsort. Tickets können zum Teil direkt online über verschiedene Reservierungsdienste bestellt werden.

http://www.meinestadt.de/ deutschland/veranstaltungen

Den Sitz im Flugzeug dürfen Passagiere der Lufthansa selbst am eigenen Computer wählen, wenn sie sich ab 23 Stunden vor Abflug ihre Bordkarte ausdrucken. Dem Beispiel anderer Fluggesellschaften folgend wird nun auch für über 350 Lufthansa-Strecken auf dem Bildschirm ein grafischer Sitzplan mit den noch verfügbaren Plätzen angezeigt. Der Klick auf den Platz reserviert ihn. Ein Fallstrick beim privaten Bordkartendruck ist allerdings der "Pop-Up-Blocker": Er verhindert inzwischen auf den meisten Monitoren das unerwünschte Öffnen von Werbefenstern. Ausgesprochen lästig: Fürs perfekte Online-Check-in sollte er vorher von Hand ausgeschaltet werden.

http://www.lufthansa.de

Peking spendiert Gästen und Bürgern bald kostenloses Breitband-Internet. Der gesamte zentrale Stadtteil Chongwen, einer der ältesten Bezirke der nächsten Olympiastadt mit vielen historischen Gebäuden und mehr als 340.000 Einwohnern, bekommt nach dem Vorbild Heidelbergs ein flächendeckendes Netzwerk mit Stadtplan, Reiseführer und aktuellen Infos für internetfähige Geräte. Die Muttergesellschaft von Heidelberg Mobil baut den Dienst derzeit in Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern auf.

   


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